undnun

Gehe direkt: zur Navigation | zur Unternavigation | zum Inhalt

Methoden

Die wichtigste Grundlage der Beratung bildet die Beratungsbeziehung. Finden wir den Draht zueinander, lässt sich dieser während der Beratung wie eine Girlande mit verschiedenen Methoden „schmücken“.

Im Zentrum stehen Methoden, welche Stärken und Fähigkeiten der Menschen und ihres Umfelds zugänglich machen, die für eine Verbesserung der Situation nötig sind: Ich beziehe systemische, lösungs- und kompetenzfokussierende Methoden sowie die Arbeit mit Körperhaltungen und -bewegungen mit ein. 

Nicht für alle Anliegen eignet sich derselbe Zugang. Erfahrungsgemäss gibt es kein Wundermittel, wir werden aber Ihren ganz persönlichen Mix herauszufinden. Während der Beratung überprüfen wir laufend, wie sich unsere aktuelle Zusammenarbeit bei Ihnen auswirkt und ob wir mit unserer „Drahtgestaltung“ auf dem richtigen Weg sind. 

Systemische Beratung

Die systemische Sichtweise beinhaltet eine spezifische Art, die Welt und Probleme wahrzunehmen und zu beschreiben. Diese Art, Problemzusammenhänge zu beschreiben, begründet ihren Ursprung in physikalischen und biologischen Systemtheorien. In der Systemischen Beratung werden sowohl innere Vorgänge einer Person als auch der Austausch mit der Umwelt als regelhafte Muster gesehen. Ein zweiter zentraler Punkt ist das Denken in Wechselwirkungen: Mensch und Umwelt beeinflussen sich immer gegenseitig.

Für die Systemische Beratung ist es daher einerseits wichtig, inneren Vorgängen und unserer Beziehung zu uns selber nachzugehen (Fokus auf Wechselwirkung von Musterelementen innerhalb einer Person. Unter Musterelementen versteht man die Vernetzung von Erlebniselementen in Verhalten, Kognition, Emotion und Physiologie). Andererseits nähert man sich der Lösung von Problemen häufig erst, wenn man diese in einen grösseren Zusammenhang stellt und zum Beispiel darüber nachdenkt, wie sich unsere Probleme auf unseren Beziehungen auswirken und umgekehrt (Fokus auf Muster im Austausch mit der Umwelt=Beziehungsmuster).

Oft wird es als hilfreich erlebt, die problematischen Verhaltensweisen und Erlebnismuster besser zu verstehen. Die Systemische Beratung ist geeignet, die relevanten Einflussfaktoren und Abläufe zu erkennen, die zu einem Problem führen und es stabilisieren. Sie unterstützt beim Auffinden von Ansatzpunkten für Lösungen, macht die für eine bessere Bewältigung nötigen Fähigkeiten zugänglich und erlaubt es, mögliche Auswirkungen von Veränderungen gedanklich vorwegzunehmen.

Die Systemische Beratung und Therapie ist neben psychoanalytischen Verfahren, Gestalt- und Körpertherapie, Verhaltenstherapie, Transaktionsanalyse und Psychodrama eine der grossen Beratungs- und Therapieströmungen und ist sowohl bei der Standesorganisation der Ärzte und Ärztinnen (FMH) als auch bei der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) als wissenschaftlich fundierte Psychotherapiemethode anerkannt.

Lösungs- und kompetenzfokussierte Beratung

In den systemischen Ansatz integriert verwende ich Methoden der Lösungs- und kompetenzfokussierten Beratung.

Verständlicherweise will man ein Problem häufig einfach weghaben, zum Beispiel ein unangenehmes Gefühl. Dabei kann es passieren, dass man das gewünschte Erleben aus den Augen verliert: Man kann sich fast nicht mehr richtig vorstellen, was eine mögliche Lösung wäre und ist typischerweise auf das fixiert, was stört, was nicht gut läuft.

Durch das gemeinsame Suchen und (Er) Finden von Lösungen und die möglichst konkrete Vorstellung davon werden im Gehirn andere Erregungsmuster aktiviert, als wenn man das Problem beschreibt. Dadurch werden neue Kräfte mobilisiert und momentan verschüttete Fähigkeiten wieder zugänglich gemacht: An was würde ich zum Beispiel am Morgen nach dem Aufwachen als erstes merken, wenn das Problem weg wäre? Würde ich z.B. anders atmen, anders mit mir sprechen, würden meine Kinder mich anders begrüssen? An was würde meine Frau bei mir sehen, dass das Problem weg wäre? etc.

Ebenfalls andere Wege werden im Gehirn gebahnt, indem man den Fokus konsequent auf bereits vorhandene oder noch zu entwickelnde Fähigkeiten und Stärken richtet, um diese neu zu beleben oder zu trainieren und für Schritte in die gewünschte Richtung zu nutzen.

In einer kompetenzorientierten Beratung kommt man ausserdem meist zu einem Punkt, bei dem ein Problemverhalten als sinnvolle und somit nachvollziehbare Reaktion unter schwierigen Bedingungen verstehbar wird: Einerseits werden Probleme als Lösungen mit Preis beschrieben. Ein Problemmuster kann bei näherem Hinschauen oftmals auch eine grosse Leistung sein beim Versuch, in einer schwierigen Zwickmühle eine Lösung zu finden. Eine Lösung allerdings, für die man einen hohen, leidvollen Preis bezahlt. Andererseits zeigt die Erfahrung auch, dass uns manchmal Verhaltensweisen, die zu einem früheren Zeitpunkt im Leben wichtige und sinnvolle Schutzmechanismen oder Überlebensstrategien waren, in unserer aktuellen Lebenssituation im Weg stehen und Probleme machen. Daher stammt der Ausspruch: Die Lösungen von gestern sind die Probleme von heute. Ein solches Verständnis des Problemverhaltens und die daraus entstehende Toleranz sich selber gegenüber schaffen häufig die Voraussetzung dafür, neue und weniger leidvolle Strategien zu entwickeln.

Lösungs- und kompetenzfokussierung in der Beratung bedeutet nicht, dass man nicht mehr über Probleme reden soll. In der Art und Weise, wie Probleme ablaufen, liegen meist wertvolle Informationen für mögliche Lösungen. Und manchmal geht es einem bereits ein wenig besser, wenn man ein Problem einer aussenstehenden Person erzählen kann. Meine Aufgabe als Berater ist es, gemeinsam mit Ihnen herauszufinden, welcher Fokus für Sie hilfreich ist und Sie ihrem gewünschten Erleben einen Schritt näher bringt.

Körperorientierte Interventionen

Viele Probleme entstehen, weil auf einer unwillkürlichen, der bewussten Steuerung im Alltag nicht zugänglichen Ebene (im Gehirn entspricht dies dem lymbischen System) bestimmte Impulse unser Erleben unwillkürlich so beeinflussen, dass wir dies als Belastung erleben: Man tut, denkt oder fühlt etwas, das man in dieser Form eigentlich gar nicht will. Diesem Auslöser folgt dann ein Rattenschwanz von eigenen Reaktionen und Reaktionen aus dem Umfeld, die das Problem eher stabilisieren als lösen.

Solche unwillkürlichen Vorgänge laufen rasend schnell ab und unser bewusstes Denken hinkt relativ hilflos hinterher. Hier bieten körperorientierte Interventionen einen guten Zugang um das Ruder wieder vermehrt „selber“ in die Hand zu nehmen (z.B. Techniken des kinästhetischen Ankerns von Ressourcenzuständen in Körperhaltungen).